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Interviews und Einblicke in den Alltag des ZOOM Kindermuseums ...

Fünf Fragen an ...

Laura Wiesböck

Die vielfach ausgezeichnete Soziologin spricht im ZOOM-Interview unter anderem über den gesellschaftlichen Wert von Liebe und Beziehungen. Und darüber, dass sie an ihrem Beruf unter anderem das Zusammenarbeiten mit jungen Menschen besonders schätzt.
1. Wie und wann ist bei Ihnen der Berufswunsch Soziologin entstanden? 
Das war nie ein konkreter Berufswunsch von mir, da ich lange Zeit gar nicht wusste, was Soziologie eigentlich ist – selbst noch zu Beginn meines Studiums. In der Schule wurde Soziologie weder erwähnt noch unterrichtet, und auch darüber hinaus war die Disziplin kaum sichtbar. Im öffentlichen Diskurs wurden als Expert:innen überwiegend Historiker, Philosophen und Politikwissenschafter befragt. Insofern war es für mich eher ein Hineinwachsen in die Disziplin.
 
2. Sie forschen u.a. über soziale Ungleichheit und deren Auswirkungen. Was wären Ihrer Meinung nach besonders wichtige politische Maßnahmen, um gerade für Kinder Chancengleichheit von Anfang an zu ermöglichen?    
Meine Meinung spielt in der Frage keine große Rolle, aber es gibt dazu vielfältige Erkenntnisse in der internationalen Forschung. Dazu zählen unter anderem ein flächendeckender und kostenfreier Zugang zu qualitativ hochwertiger frühkindlicher Betreuung mit kleinen Gruppen und gezielter Sprachförderung, strukturelle Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Elternschaft und Beruf, etwa durch Arbeitszeitreduktion bei vollem Lohnausgleich, armutsfeste Sozialleistungen und bezahlbarer Wohnraum, wie auch eine gleichwertige Beteiligung von Vätern an der Sorge- und Erziehungsarbeit ihrer Kinder.
 
3. Ihre Kindervorlesung trägt den Titel „Was ist Liebe? Über Beziehungen, Gefühle und was sie für uns bedeuten ... “. Welchen gesellschaftlichen Aspekt von Beziehungen halten Sie für besonders wertvoll?
Dass sie uns helfen können, mit Unsicherheiten und Widersprüchen umzugehen.
Menschen sind komplex, uneindeutig, haben verschiedene Seiten in sich, manchmal widersprechen sich ihre Wünsche oder Gefühle – das gilt auch für uns selbst. Beziehungen können den Raum geben, diese Ambivalenz auszuhalten und zu akzeptieren, als Teil des Menschseins zu verstehen, darüber zu sprechen, statt vorschnell zu urteilen, und trotz allem verbunden zu bleiben.
 
4. Was lieben Sie besonders an Ihrem Beruf?
Dass er interessant und sinnstiftend, abwechslungsreich, und international ausgerichtet ist, dass man mit jungen Menschen zusammenarbeitet, und dass man sich mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen in der Tiefe auseinandersetzen kann und muss, was ich als Luxus empfinde in Zeiten von schnelllebiger Outputorientierung.
 
5. Was war Ihr Berufswunsch als Kind?
Im Büro arbeiten.

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Interview: Hannah Winkelbauer